Brasiliens Präsident Bolsonaro nach Wahlschlappe abgetaucht

Ein Befürworter der Absetzung von Präsident Bolsonaro steht neben der brasilianischen Flagge. Ein Befürworter der Absetzung von Präsident Bolsonaro steht neben der brasilianischen Flagge.

Ein Befürworter der Absetzung von Präsident Bolsonaro steht neben der brasilianischen Flagge.

Quelle: Eraldo Peres/AP/dpa

Macht Bolsonaro Trump? Der derzeitige brasilianische Präsident schweigt, nachdem sein Rivale Lula einen knappen Sieg errungen hat. Seine eigenen Minister und Berater sollen versucht haben, Bolsonaro zur Kapitulation zu bewegen.

NNach der verlorenen Präsidentschaftswahl in Brasilien ist Staatschef Jair Bolsonaro untergetaucht. Am Montag (Ortszeit) trat der amtierende Präsident nicht öffentlich auf und kommentierte den knappen Wahlsieg seines Gegenkandidaten Luiz Inácio Lula da Silva nicht.

Medienberichten zufolge verbrachte er den Vormittag in seiner Residenz in Brasília und fuhr dann zu Gesprächen ins Büro des Präsidenten. Dementsprechend versuchten mehrere Minister und Berater, ihn davon zu überzeugen, die Niederlage zu akzeptieren.

Bei der Wiederholungswahl am Sonntag erhielt Lula laut Wahlamt 50,9 Prozent der Stimmen, der rechte Kandidat 49,1 Prozent. Schon vor der Abstimmung hatte Bolsonaro wiederholt das Wahlsystem in Frage gestellt und angedeutet, dass er die Ergebnisse womöglich nicht anerkennt.

Zu den befürchteten Ausschreitungen kam es zunächst nicht, doch Lkw-Fahrer blockierten am Montag Hunderte Straßen im ganzen Land, um gegen Lulas Wahlsieg zu protestieren. Der Präsident des Obersten Wahlgerichts, Alexandre de Moraes, befahl daraufhin der Polizei, die Blockaden zu beenden.

Zumindest mehrere seiner Verbündeten, darunter der mächtige Parlamentssprecher Artur Lira, räumten Bolsonaros Niederlage ein. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und US-Präsident Joe Biden haben Lula bereits zu seinem Sieg gratuliert.

Der argentinische Präsident Alberto Fernández reiste am Montag sogar ins Nachbarland, um Lula persönlich zu gratulieren. Die beiden Männer trafen sich in einem Hotel in São Paulo und umarmten sich, wie aus einem Video hervorgeht, das Fernandez am Montag auf Twitter gepostet hat. „All meine Liebe, Glückwünsche und Respekt, mein lieber Freund“, schrieb das argentinische Staatsoberhaupt.

Gleichzeitig bereitete sich Lulas Team auf einen Regierungswechsel ohne die Unterstützung des amtierenden Führers vor. „Ich hoffe, dass sich zum Wohle Brasiliens und des brasilianischen Volkes Normalität durchsetzt. Wenn der Präsident, wenn Jair Bolsonaro, nicht teilnehmen möchte, ist das in Ordnung“, sagte Gleisi Hoffmann, Vorsitzender der Labour Party (PT) und Wahlkampfleiterin von Lula, gegenüber Globo Nachrichten am Montag.

Zumindest auf der Arbeitsebene gab es erste Kontakte. Medienberichten zufolge hat Lulas Wahlkampf-Kommunikationschef Edinho Silva am Montag mit Bolsonaros Kabinettschef Ciro Nogueira gesprochen. Außerdem rief Lulas künftiger Vizepräsident Geraldo Alckmin Bolsonaros Stellvertreter Hamilton Mourão an.

„Der Regierungswechsel ist gesetzlich geregelt. Das erlaubt uns, den Machtwechsel unabhängig von der Beteiligung des Präsidenten durchzuführen“, sagte der Chef von PT Hoffmann. Lula wird sein Amt am 1. Januar 2023 antreten.

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