DAX legt zu: Frischer Wind an der Börse


Marktbericht

Stand: 24.11.2022 18:26 Uhr

Neue Hoffnung für die Wirtschaft und eine Zinssenkung der US-Notenbank: Beides kam heute an der Börse gut an und befreite den DAX von seiner jüngsten Talfahrt.

Damit war heute nicht unbedingt zu rechnen: Obwohl der US-Feiertag „Thanksgiving“ hieß (danke – heute kein Handel an der Wall Street), waren die Anleger heute in Kauflaune. Heute liegt der deutsche Leitindex mit bis zu 14.570 Punkten so hoch wie seit Anfang Juni nicht mehr.

Am Ende konnte der DAX dieses Niveau nicht halten, stieg aber um 0,78 Prozent auf 14.539 Punkte. Das heutige Tief lag bei 14.447 Punkten. Zuletzt stand der Index eher still und erwartete vor allem neue Zinsimpulse aus den USA.

MDX ist klar oben.

Besser schnitt der Index in der zweiten Reihe ab, der export- und industrielastige MDX. In diesem Index schlägt das wahre industrielle Herz Deutschlands – bestimmt vom Mittelstand. Daher sind die wirtschaftlichen Aussichten um 1,63 Prozent höher, da sich frisches Rohöl bei 26.054 Punkten einpendelt. Erstmals seit August überschritt er die Marke von 26.000 Punkten.

Ermutigende wirtschaftliche Aussichten

Während wir nicht sehen werden, was die heutigen Gewinne wert sind, bis die US-Investoren zurückkehren, sprechen die guten Nachrichten von heute für sich.

Denn die Impulse für den Markt kommen einerseits von den heimischen Wirtschaftsdaten. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in der deutschen Wirtschaft misst, ist im November kräftig gestiegen. Insbesondere stieg der Index von revidierten 84,5 Punkten im letzten Monat auf 86,3 Punkte. Volkswirte hatten nur mit 85,0 Punkten gerechnet.

„Der Pessimismus der kommenden Monate hat deutlich nachgelassen“, sagte Ifo-Präsident Clemens Foust. Der Rückgang dürfte geringer ausfallen als von vielen erwartet.

„Die Unsicherheit bei der Energieversorgung und den Produktionsbedingungen lockern sich in den kommenden Monaten allmählich, die Erwartungen der Unternehmen äußern sich wieder zuversichtlich“, sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank.

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Auch vom Einkaufsmanagerindex gab es erst gestern positive Signale. Dieser wichtige Frühindikator deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft möglicherweise aus einer leichten Rezession herauskommt.

Die Fed deutet niedrigere Zinsen an

Andererseits hat die Aussicht auf ein moderateres Tempo der US-Notenbank (Fed) im aktuellen Zinszyklus die positive Stimmung bestätigt. Das komme sowohl an den Aktien- als auch an den Rentenmärkten gut an, sagte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Protokoll der letzten Zinssitzung der Fed am 2.11. Sie erfüllten die hohen Erwartungen der Börsenhändler.

Update Wirtschaft vom 24.11.2022

Ann-Katherine Beck, HR, 24.11.2022 09:47 Uhr

Bei der Sitzung erhöhte die Fed ihren Leitzins zum vierten Mal in Folge um 0,75 Prozent. Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, und andere Bundesbeamte kündigten kürzlich einen vorsichtigeren Ansatz an. Noch wichtiger ist, dass die Fed die Leitzinsen in diesem Jahr von nahe null auf 4,0 % von 3,75 % angehoben hat. Auch die Inflation hat sich zuletzt abgeschwächt. Marktbeobachter erwarten nun, dass der US-Leitzins im Dezember nur noch um 0,50 Prozentpunkte steigen wird.

An der Wall Street reagierten die Anleger gestern positiv auf das Protokoll, obwohl ein solcher Schritt bereits erwartet wurde. Insbesondere an der Technologiebörse Nasdaq stieg er um etwa ein Prozent, während der Leitindex Dow Jones bereits um rund 20 Prozent zulegte. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie lange die Fed die Zinsen weiter anheben wird und wo die Zielzone der Bank liegen wird, um das Interesse der Märkte an den Zinsen aufrechtzuerhalten.

Der Euro liegt über 1,04 $.

Die Gemeinschaftswährung überschritt gestern 1,04 $ und wird am Nachmittag ebenfalls um 0,25 % höher gehandelt. Auf dem hohen Niveau stieg der Euro sogar bis auf 1,0448 $, konnte das Niveau aber nicht halten.

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Schwache US-Wirtschaftsdaten und Aussagen der US-Notenbank waren entscheidend für die jüngste Schwäche des Dollars. Beide signalisieren, dass der Kampf der Währungshüter gegen die hohe Inflation in geringem Tempo fortgesetzt wird. Eine weniger scharfe Zinserhöhung würde den Dollar belasten und andere Währungen wie den Euro stärken.

Wichtig ist auch die Aussicht auf steigende Zinsen in Europa. Obwohl die EZB im Zinszyklus weit hinter der Fed zurückblieb, kündigte sie weitere Zinserhöhungen an. Die Zinsen liegen in Europa derzeit nur bei 1,25 % und in den USA bei bis zu 4,00 %. Gold handelte 0,2 Prozent höher bei 1.755 $ je Unze.

Die Kraftstoffpreise sind auf niedrigem Niveau

Die Treibstoffpreise wurden im Nachmittagshandel kaum verändert. Ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent kostet 85,00 US-Dollar. Das sind 0,2 Prozent mehr als am Vortag. Die Rohölpreise sind von der besorgniserregenden Corona-Situation in China betroffen.

Immobilien nach Bedarf, Vonovia an der Spitze des DAX

Unter den Privatwerten am deutschen Aktienmarkt stachen Immobilienaktien positiv heraus. Vonovia etwa stieg im DAX um mehr als fünf Prozent, nachdem sie in zwei Wochen elf Prozent verloren hatte. In einem Umfeld steigender Zinsen ist 2022 bisher nur ein gutes Jahr für die Branche. Vonovia verlor Mitte Oktober 55 Prozent seines Wertes.

Im MDX standen LEG Immobilien und Aroundtown an der Spitze des Index. Tag Real Estate hat sich etwas erholt, wobei das Unternehmen diese Woche überraschend seine Lücke für 2022 stornierte, was in der Branche und bei Analysten Schockwellen auslöste.

Conti-Hacker war sehr früh im IT-System.

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental bemerkte den Hackerangriff rund vier Wochen nach Beginn des Sommers. Die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX hat aus Unternehmenskreisen erfahren, dass sich die Cyber-Angreifer seit dem 4. Juli Zugriff auf das Netzwerk des Hannoveraner Unternehmens verschaffen konnten.

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Alle VW-Marken stellen die Werbung auf Twitter ein

Der Volkswagen Konzern hat alle bezahlten Aktivitäten auf Twitter eingestellt. Alle Marken des Volkswagen-Konzerns – nämlich VW, Audi, Seat, Cupra, Lamborghini, Bentley, Ducati und Porsche – haben die Werbung auf der Social-Media-Plattform bis auf weiteres ausgesetzt, sagte ein Sprecher des Wolfsburger Autobauers gestern. Nachdem Elon Musk Twitter übernommen hatte, beschloss Audi, sogar alle Aktivitäten wie Live-Posts einzustellen.

Die Rettung von Uniper wird dem Staat zu teuer.

Die Rettung des strauchelnden Gasriesen Uniper wird für den deutschen Staat teurer als bisher angenommen. Neben den bereits angekündigten Rettungsplänen sollen bis zu 25 Milliarden Euro genehmigtes Kapital durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage geschaffen werden, teilte der Konzern gestern mit. Eine Rettung von Deutschlands größtem Gasimporteur könnte bis zu 51,5 Milliarden Euro kosten, zusammen mit den bereits beschriebenen Maßnahmen bzw. Maßnahmen.

Apple-Zulieferer Foxconn entschuldigte sich

Foxconn, der Hersteller von Apples iPhone, hat sich nach größeren Zusammenstößen in seiner chinesischen Fabrik in Zhengzhou entschuldigt. Foxconn gab bekannt, dass ein technischer Fehler zu einer falschen Abrechnung geführt habe. „Wir entschuldigen uns für den Fehler im Computersystem und garantieren, dass das tatsächliche Gehalt das gleiche sein wird, wie es auf den offiziellen Einstellungsplakaten versprochen wird.“

Erschüttert Microsofts Übernahme von Activision Blizzard jetzt?

Einem Zeitungsbericht zufolge nimmt die US-Kartellbehörde FTC Microsofts milliardenschweren Activision Blizzard unter die Lupe. Die FTC erwägt eine Kartellklage, um das 69-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot von Microsoft für den Call of Duty-Videospielhersteller zu blockieren, berichtet Politico.

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