Einzelhandel: Konsumstimmung ist auf dem «Tiefpunkt» – Wirtschaft

Inflation

Viele Verbraucher sind angesichts schnell steigender Preise misstrauisch geworden. Statistiken zeigen eine leichte Erholung, aber die Einzelhändler suchen nach dem Tiefpunkt der Verbraucherstimmung.

Von DP

Fußgängerzone

Im Vergleich zu anderen Branchen machen sich viele Einzelhändler große Sorgen um ihre wirtschaftliche Lage.

Foto: DPA/Peter Kneffel

Wiesbaden (dpa). Im deutschen Einzelhandel liefen die Geschäfte im September etwas besser. Gegenüber August seien die Umsätze preisbereinigt um 0,9 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt heute mit. Einschließlich der Preiserhöhung hatten Händler 1,8 Prozent mehr in ihrem Agrargeschäft. Dabei werden Saison- und Kalenderergebnisse berücksichtigt.

Auch Lesen :  Offene Lehrstellen auf Rekordniveau - Wirtschaft (regional)

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht die Verbraucherstimmung allerdings auf niedrigem Niveau. „Die Einzelhandelsumsätze sind im September stark gestiegen. Insbesondere höhere Kosten in Einkauf und Logistik sowie Energiekosten schlugen sich in den deutlich gestiegenen Nominalumsätzen nieder“, erläuterte Stefan Jenz, Geschäftsführer Berlin.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging der reale Einzelhandel zwar leicht um 0,9 Prozent zurück, doch bei kräftigen Preissteigerungen verzeichnete die Geschäftstätigkeit laut Bundeskriminalamt in diesem Jahr ein Wachstum von 9,9 Prozent. Im Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen stiegen die Realeinkommen gegenüber einem schwachen September 2021 um 11,8 Prozent.

Auch Lesen :  Spar-Weihnachten: Trend zu weniger Geschenken besorgt Handel | Freie Presse

Die Verbraucher bleiben wegen der hohen Preise lange im Lebensmittelgeschäft. Das Büro der Fed sagte, dass es im September einen Anstieg der Tracking-Aktivitäten um 2,6 Prozent gab, nachdem im August die schwächste reale Veränderung seit 2017 gemessen wurde. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die realen Umsätze jedoch um 2,4 Prozent zurück.

„Die Verbraucher drängen heutzutage beim Konsum zurück“, erklärt Jenz. Die Verbraucherstimmung ist weiterhin auf niedrigem Niveau und das Umfeld wird auch in den kommenden Monaten schwierig bleiben. „Deshalb ist es für Unternehmen und Verbraucher wichtig, hohen Energiepreisen durch gezielte Maßnahmen schnell vorzubeugen.“

Auch Lesen :  Samsung mit deutlichem Gewinnrückgang | Freie Presse

Ökonom: Das Geld war „locker“.

Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank in Liechtenstein, bezeichnete die Detailhandelsumsätze als «grosse Überraschung». „Im September war das Geld hoch – trotz hoher Inflation“, kommentierte Gitzel.

Auf der anderen Seite sind Tankstellen ausgefallen. Hier meldete die Fed den stärksten Rückgang der realen Verkäufe seit Beginn der Serie im Jahr 1994, ein Plus von 15,7 Prozent im Monatsvergleich Der September war der erste Monat seit dem Ende des Taperings.

© dpa-infocom, dpa:221031-99-329281/2

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button