EU: Schlusslicht Deutschland zieht Europas Wirtschaft nach unten

Die EU-Kommission schätzt, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 um 0,6 Prozent schrumpfen wird.

Die EU-Kommission schätzt, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2023 um 0,6 Prozent schrumpfen wird.
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2023 erwartet die EU-Kommission, dass Deutschland wieder Wirtschaftswachstum nach Europa bringt.

Die Kommission geht in ihrer Herbstprognose davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr um 0,6 Prozent schrumpfen wird. Zusammen mit Schweden ist dies die schlechteste Quote aller 27 EU-Staaten.

Die größte Volkswirtschaft Europas belastet auch das Gesamtwachstum in der EU. Die Kommission geht jedoch davon aus, dass die EU-Zone insgesamt auch 2023 noch ein kleines Wachstum bringen kann.

Die EU-Kommission sieht Deutschland derzeit als Bremse des europäischen Wachstums. Deutschland wird nächstes Jahr in die Rezession gehen. Die größte Volkswirtschaft in Europa zieht die gesamte EU in den Abgrund. Das geht aus der Herbstprognose der Kommission für die Wirtschaft in Europa hervor.

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Sie schätzt, dass die deutsche Wirtschaft 2023 um 0,6 Prozent schrumpfen wird. Zusammen mit Schweden ist dies die schlechteste Quote aller 27 EU-Staaten. Lettland ist laut Europäischer Kommission ein weiteres Land, dessen Wirtschaft im kommenden Jahr schrumpfen wird.

Trotz der Folgen des Krieges in der Ukraine rechnet die Kommission für die Union insgesamt mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Sommer rechnete die Europäische Union allerdings noch mit einem Wachstum von 1,5 Prozent. Für Deutschland korrigierte sie ihre Prognose von 1,3 Prozent auf 0,6 Prozent.

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Deutschland habe das Produktionsniveau erst im dritten Quartal 2022 vor dem Ausbruch des Coronavirus erreicht, das vielen anderen Mitgliedstaaten hinterherhinke, schrieb die Kommission. Nun herrscht wegen der hohen Energiepreise große Unsicherheit. Das größte Abwärtsrisiko für Deutschland sieht die Kommission in der unsicheren Energieversorgung.

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Die Kommission hat angekündigt, dass die gesamte europäische Wirtschaft im kommenden Winter in eine Rezession geraten wird. Damit ist die Wirtschaftsleistung um zwei Quartale in Folge geschrumpft. Gründe dafür sind die hohe kriegsbedingte Verunsicherung, steigende Energiepreise und die hohe Inflation durch den Kaufkraftverlust der Haushalte. In den meisten EU-Ländern und der EU insgesamt wird das Defizit jedoch 2023 eingestellt – nicht in Deutschland.

In diesem Jahr bewertete die Kommission die Lage jedoch besser als erwartet. Die EU-Kommission prognostiziert für 2022 ein Wachstum des EU-Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,3 Prozent statt der im Sommer prognostizierten 2,7 Prozent. Dies ist auf das starke Wachstum im ersten Halbjahr dieses Jahres zurückzuführen. Damals waren die Folgen der Corona-Krise schwerer als die Folgen des Krieges in der Ukraine.

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Die EU-Kommission behält diese Zahl im Auge: Deutschland ist mit 21,4 Milliarden Euro größter Nettozahler in der EU.

Die Inflation wird in diesem Jahr in der Eurozone 8,5 Prozent und in der EU insgesamt 9,3 Prozent erreichen. Die Inflation dürfte im kommenden Jahr rasch zunehmen. Die Inflation wird mit 6,1 Prozent in der Eurozone und 7,0 Prozent in ganz Europa prognostiziert. Auch für Deutschland erwartet die Kommission eine schlechtere Inflationsrate von 7,5 Prozent.

Die Prognose für 2024 glänzt wieder. Dann soll die Wirtschaft in der Europäischen Union um 1,6 Prozent wachsen. Deutschland erholt sich, hinkt aber mit 1,4 Prozent Wachstum noch hinterher.

Im Jahr Bis 2024 dürfte die Inflation wieder bei knapp zwei Prozent liegen. Die Kommission erwartet 2,6 Prozent in der Eurozone und 3,0 Prozent in ganz Europa. Für Deutschland erwartet die Kommission 2024 eine Inflation von 2,9 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflation von rund zwei Prozent im gesamten Euroraum an.

Mit Material von DPA

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