Irans Militärkommandeur verlangt Ende der Proteste | Freie Presse

Im Südosten des Iran gehen die Proteste weiter. Die Vereinten Nationen sind besorgt über Berichte über Todesfälle bei den Protesten. Der iranische Militärbefehlshaber fordert ein Ende der Unruhen.

„Demonstranten sollten die Toleranz des Systems nicht überfordern“, warnte der General laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Samstag. „Wir sagen unserer Jugend noch einmal: Heute ist der letzte Tag der Gewalt. Geht nicht wieder auf die Straße.“ Niemand wird zulassen, dass die Demonstranten weiterhin Unsicherheit schaffen und die Universitäten des Landes in „Schlachtfelder“ verwandeln.

In seiner Rede erwähnte der General das Chaos Mitte September als eine Verschwörung der Vereinigten Staaten, Englands, Israels und Saudi-Arabiens, weil diese Länder in den letzten Jahren eine politische Niederlage durch den Iran erlitten haben. Jugendliche sollten davon nicht betroffen sein. „Seid keine Marionetten der Feinde des Landes“, sagte der Militärkommandant. Gleichzeitig bot er den Demonstranten an: „Der Weg zurück steht euch noch offen.“

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Beobachter verstanden die Rede als Mahnung, die Proteste sofort zu stoppen – obwohl dies kaum Erfolg haben dürfte. Die autoritäre Führung in Teheran macht ausländische Mächte – allen voran die USA – für die Proteste verantwortlich. Seit mehr als einem Monat hat er das Internet massiv blockiert und soziale Medien abgeschaltet, um die Zusammenarbeit zwischen den Demonstranten zu erschweren.

Der Verdächtige des Moschee-Angriffs stirbt im Iran

Nach einem Angriff auf eine Moschee in der südiranischen Stadt Shiraz starb nach offiziellen Angaben auch der mutmaßliche Mörder. Der Mann starb in einem Krankenhaus in Shiraz an seinen Verletzungen, teilte das Büro des Provinzgouverneurs von Fars am Samstag laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA mit. Bei dem Angriff am Mittwoch wurden mindestens 13 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag.

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Der Verdächtige wurde von den Sicherheitskräften erschossen und anschließend ins Krankenhaus gebracht. Der iranische Präsident Ebrahim Raisi kündigte eine “entschlossene Antwort” auf den Angriff an. Der Chef der iranischen Streitkräfte, General Mohammad Bagheri, hat die Teilnehmer der anhaltenden Proteste gegen die autoritäre Führung in Teheran beschuldigt.

Auslöser der massiven Proteste war Mitte September der Tod des 22-jährigen iranischen Kurden Mahsa Amini. Die Sittenpolizei verhaftete ihn wegen angeblichen Verstoßes gegen die islamische Kleiderordnung. Anschließend starb er in Polizeigewahrsam. Seitdem protestieren Zehntausende Menschen im ganzen Land gegen die Unterdrückungspraktiken der Regierung und das islamische Regierungssystem.

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Die Vereinten Nationen sind besorgt über die Toten bei den Protesten im Iran

Die Vereinten Nationen haben „wachsende Besorgnis“ über Berichte über Todesfälle bei Protesten im Iran geäußert. „Wir verurteilen alle Ereignisse, die zum Tod oder zu schweren Verletzungen von Demonstranten führen, und betonen, dass die Sicherheitskräfte auf die Anwendung unnötiger oder unnötiger Gewalt gegen friedliche Demonstranten verzichten müssen“, sagte der Sprecher der Vereinten Nationen gestern in New York. Die Beteiligten müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

Die iranische Regierung hat die Vereinten Nationen aufgefordert, die Menschenrechte zu respektieren und die Probleme der Menschen anzugehen. Konflikte können und sollten im Dialog bewältigt werden. (dpa)

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