Lagarde: Weitere Zinserhöhungen im Kampf gegen Inflation | Freie Presse

Die hohe Inflation stellt Verbraucher und Unternehmen vor große Herausforderungen. Aber Europa hat in anderen Bereichen noch viel zu tun.

Frankfurt am Main

Europas Währungshüter haben angekündigt, der immer noch hohen Inflation entschiedener entgegenzutreten. „Wir glauben, dass wir die Zinsen weiter erhöhen werden“, sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, am Freitag auf einem Bankenkongress in Frankfurt.

Die EZB strebt mittelfristig eine Preisstabilität im Euroraum bei einer Inflation von rund zwei Prozent an. Im Oktober stiegen die Verbraucherpreise der 19 Länder gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,6 Prozent. „Die Inflation in der Eurozone ist sehr hoch. Auch wenn die jüngsten Wirtschaftsdaten positiv überrascht haben, ist das Risiko einer Rezession gestiegen“, sagte Lagarde.

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Nach langem Zögern versucht die EZB, die extrem hohe Inflation zu kontrollieren, indem sie die Zinsen ab Juli kräftig anhebt. Der seit Jahren bei null Prozent eingefrorene Leitzins der Eurozone liegt nun bei 2,0 Prozent. Deutsche-Bank-Chef Christian Swing lobte Lagarde für den Kurswechsel: „Glückwunsch zu der Art und Weise, wie Sie es geschafft haben, die Geldpolitik zu ändern.“

Auch andere Instrumente will die EZB standardisieren

Laut Lagarde werde die EZB auch andere geldpolitische Instrumente normalisieren, “was unsere Zinspolitik verstärken wird”. Die durch milliardenschwere Anleihekäufe seit Jahren angeschwollene Bilanz der EZB solle “bescheiden” und “schonend” normalisiert werden: “Im Dezember werden wir sehr wichtige Grundsätze zum Abbau von Anleihebeständen erlassen.” Der Stiftungsrat tagt erneut am 15. Dezember.

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Neben der Bekämpfung der Inflation sieht Seit die dringende Notwendigkeit, die europäischen Kapitalmärkte wettbewerbsfähiger zu machen. Der Chef der Deutschen Bank, der Präsident des Bundesverbands Deutscher Banker (BDB) ist, warnte.

„Letztendlich die Kapitalmarktunion voranbringen“.

„Wir brauchen ihn für Europas Agenda 2030. Und der erste Schritt sollte sein, endlich einen echten europäischen Heimatmarkt zu schaffen“, forderte Steft. Ohne eine deutliche Steigerung der privaten Investitionen kann Europa nicht wettbewerbsfähig sein. „Wir können nachhaltige Veränderungen nicht kontrollieren oder mit der Technologie Schritt halten“, warnt Swing. „Deshalb ist es so wichtig, die Kapitalmarktunion endlich voranzubringen, um einen liquiden und attraktiven Markt für in- und ausländische Investoren zu schaffen.“

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Bei der Kapitalmarktunion geht es hauptsächlich darum, bürokratische Barrieren zwischen den EU-Regierungen zu beseitigen, um Unternehmen mehr Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung zu geben. Die EU-Kommission hatte dazu seit 2015 einen Plan.

Gleichzeitig betonte Swing die Notwendigkeit, die Bankenregulierung zu reformieren: “Es wird deutlich, dass der aktuelle Regulierungsrahmen nicht viel zur Stärkung der europäischen Banken beiträgt.” EZB-Präsidentin Lagarde betonte die Bedeutung eines widerstandsfähigen Finanzsektors, um den milliardenschweren Herausforderungen der kommenden Jahre zu begegnen: „Zu viel Regulierung macht Banken anfälliger für Schocks und unfähig, die Übergänge zu unterstützen, von denen unser zukünftiges Wachstum abhängt.“ .” (Depa)

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