Metzgerei Holzner in Lenggries schließt nach 64 Jahren

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aus Patrick Starr

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Die für ihre Weißwürste bekannte Metzgerei Holzner in Lengiris schließt in wenigen Tagen. Als einen Grund nennt der Besitzer die Energiekosten.

Lenggries – In Lengries endet am 30. November eine Ära: Nach 64 Jahren Familienbesitz schließt die Metzgerei Holzner für immer. „Irgendwann lohnt es sich nicht mehr“, sagt Inhaber Manfred Holzner angesichts des Arbeitskräftemangels und rasant steigender Energiepreise.

Aus Lenggries nicht mehr wegzudenken 64 Jahre: Metzgerei Holzner mit den Inhabern Manfred und Annie Holzner.
Aus Lenggries nicht mehr wegzudenken 64 Jahre: Metzgerei Holzner mit den Inhabern Manfred und Annie Holzner. © Arndt Pröhl

Harte Jahre liegen hinter Mitzray Holzner.

Die Metzgerei Langgreiser hat eine lange Tradition. Im Jahr 1958 eröffneten Jacob und Ottilie Holzner den Betrieb im heutigen „Witherswirt“. 1969 zogen sie ins Geschäft am Bahnhofplatz 3b. Im Jahr 1996 übergaben sie den Betrieb an ihren Sohn Manfred, der die Metzgerei noch heute führt.

Die vergangenen drei Jahre seien “sehr schwierig” gewesen, sagt der Unternehmer. Aufgrund von Corona fällt das Personal für mehrere Wochen aus. So mussten die Holzners selbst mehrere Sonderschichten einlegen: „Das hat an Kondition und Nerven gezehrt“, sagt Holzner: „Sieben Tage die Woche arbeiten – manchmal reicht das.“

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Energiekrise zwingt traditionelle Metzger in die Knie

Und dann gab es eine schwere Energiekrise mit Metzgern als Großverbrauchern. Kühlschränke und Klimaanlagen laufen rund um die Uhr, Öfen und Maschinen zur Wurstherstellung benötigen Hochspannung. Ein Teil des Hofes arbeitet mit Gas. Zu allem Überfluss läuft Holzners Elektrovertrag am 31. Dezember aus. Vor einigen Monaten erhielt der Eigentümer ein neues Angebot des Anbieters – und fiel vor Schreck fast von den Beinen: „Der Preis war plötzlich um ein Vielfaches höher.“ Bei anderen Anbietern sah es nicht besser aus: Nach vielen schlaflosen Nächten kam Holzner zu dem Entschluss, den Betrieb schließen zu müssen.

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Für einige ihrer Stammkunden sei die Entscheidung “schlecht”, sagte der Besitzer und fügte hinzu: “Viele Leute lagern große Gegenstände und leere Sachen.” Bis auf ein paar italienische Salamispezialitäten bereitet er alle Produkte eigens für die Weißwurstmetzgerei selbst zu. Der Laden ist über die Grenzen der Region hinaus bekannt: „Das Rezept gibt es nirgendwo, es ist in meinem Kopf.“

Kinder wollen die Metzgerei in Lengris nicht beherrschen.

Nun stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Alle drei Kinder sind arbeitslos und haben kein Interesse daran, den Betrieb zu übernehmen. Elf Arbeiter haben längst eine neue Stelle auf einem unbesetzten Arbeitsmarkt gefunden. Andererseits ist die Zukunft der Unternehmer offen. Manfred Holzner wird dieses Jahr 60 Jahre alt, seine Frau Annie nächstes Jahr. Beide sind zu früh, um in Rente zu gehen. Die beiden wollen weiterarbeiten, „aber nicht viele Stunden“.

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Derzeit halte er die Aufgabe für “unsinnig”.

Im Dezember und Januar werde er damit beschäftigt sein, die Operation abzuschließen, sagte Holzner. Er hofft, jemanden zu finden, der bereit ist, den Job zu übernehmen. Aus diesem Grund ist der Artikel noch nicht verkauft.

Hoffnung auf einen Nachfolger von Holzner Metzger

Da die Energiepreise seit einigen Wochen wieder stark fallen, dachte er, könnte sein Nachfolger genauso gut durchstarten. „Aber ich kann die Entscheidung nicht so lange im Sommer aufschieben. Irgendwann muss ich mich entscheiden, schließlich muss ich die Ankündigungsfristen respektieren.“

Im benachbarten Frukthaus Holzner, das seinem Bruder Jakob und seiner Frau Veronika gehört, läuft der Betrieb übrigens wie gewohnt weiter: „Sie produzieren nichts selbst, haben also keine Energieprobleme.“

Alles aus der Region findet sich übrigens auch im regelmäßigen Bad Tools Newsletter.

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