Umgang mit Russland: “Wir wollten es nicht sehen”, sagt Schäuble

Umgang mit den Russen.
“Das wollen wir nicht sehen”, sagte Schäuble.

Seit der Krim-Annexion ist Deutschland zunehmend von russischen Energielieferungen abhängig geworden. Aber es wird in der Bundesregierung nicht gehört. Altkanzlerin Merkel verteidigt Entscheidungen aus früheren Jahren, doch CDU-Urgestein Wolfgang Schäuble spricht heute von Fehlern.

Der frühere Bundestagspräsident und Finanzminister Wolfgang Schäuble hat frühere Fehler im Umgang mit Russland eingeräumt. Auf die Frage, ob er wütend auf sich selbst sei, sagte der CDU-Politiker dem „Handelsblatt“: „Ich möchte natürlich nicht, dass es allen gehört.“

Während seiner Amtszeit als Innenminister hat er mit dem russischen Außenminister darüber gesprochen, wie wir gemeinsam den islamistischen Terrorismus bekämpfen können. “Ich habe beobachtet, was Russland in Tschetschenien macht. Oder ich habe dem damaligen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski zugehört.” Nach Russlands Angriff auf Georgien sagte er: „Erst Georgien, dann die Ukraine, dann Moldawien, dann das Baltikum und Polen, er hatte recht“, sagte Schäuble.

Mit Blick auf die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Schäuble: “Auch jetzt können wir mit Russland nicht sagen, dass wir einen Fehler gemacht haben.” Im März verteidigte der frühere Finanzminister seinen ehemaligen Chef gegen Kritik. “Ich hätte mein ganzes Leben lang nicht gedacht, dass ich mit Russland in eine solche Krise stecke”, sagte er damals der Zeitung “Welt am Sonntag”. Seit den 1970er Jahren ist diese komplexe Situation weniger bewusst geworden. “Deshalb ist es unfair, Angela Merkels Rolle in der deutsch-russischen Energiekooperation zu kritisieren.”

Merkel selbst verteidigte Mitte Oktober die Energiepolitik der damaligen Bundesregierung. Sie sagte auf einer Veranstaltung, Russland sei auch während des Kalten Krieges ein verlässlicher Energielieferant. „Ich habe nie an Veränderung durch Handel geglaubt, aber ich bin mir sicher, dass es eine Verbindung durch Handel gibt. Ich bereue diese Entscheidung überhaupt nicht. Aber ich glaube, es ist das Richtige. Es ist an der Zeit“, erklärte der Altkanzler.

Konrad Adenauer Ob seine Kanzlerliste mit Willy Brandt und Helmut Kohl vollständig ist; Auf die Frage, ob nicht, sagte Schäuble: „Es ist erstmal vorbei. Kann man Frau Merkel als eine der großen Kanzlerinnen bezeichnen? Für ein endgültiges Urteil ist es vielleicht noch zu früh.”

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