Vodafone verkauft einen großen Teil seiner Funktürme

Hamburg Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone verkauft einen Großteil seiner Funkturminfrastruktur, um Schulden abzubauen. Das teilte das Unternehmen am Mittwochmorgen mit. Die US-Private-Equity-Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und der Infrastrukturfonds GIP werden die neuen Eigentümer des 50-Prozent-Anteils.

Vodafone hat seine Funkturmsparte 2019 in Vantage Towers ausgegliedert und im März 2021 an die Frankfurter Börse gebracht. Nach anderthalb Jahren wollen sie British Vantage wieder vom Boden holen – mit neuen Partnern.

Vodafone hält derzeit 81,7 Prozent der Vantage-Aktien. Diese will Vodafone nun in das Joint Venture Oak Bidco einbringen, an dem das Unternehmen mit mindestens 50 Prozent beteiligt sein wird. Daran sollen die Partner KKR und GIP maßgeblich beteiligt sein. Die Holdinggesellschaft wird den verbleibenden Aktionären dann 32 Euro je Vantage-Aktie anbieten, damit alle Aktien vom Markt genommen werden können. Das Handelsblatt hatte erstmals im Oktober über die Verkaufsverhandlungen berichtet.

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Vantage Towers werden unter einem neuen Konsortium entwickelt

KKR und GIP haben angekündigt, die Expansionspläne von Vantage vorantreiben zu wollen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, das Geschäft weiter auszubauen und dadurch einen europaweiten Marktführer im Bereich der Telekommunikation zu schaffen“, sagte KKR-Partner Vincent Policard. Vivek Badrinath, CEO von Vantage, sagte, er wolle „die nächste Wachstumsstufe für das Unternehmen angehen“.

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Vantage mit Sitz in Düsseldorf wurde seit seiner Gründung von Problemen geplagt: Vantage konnte vereinbarte Standorte nicht rechtzeitig an den deutschen Kunden 1&1 liefern, der kürzlich ein neues 5G-Netz aufbaute. Viele Führungskräfte haben das Unternehmen bereits verlassen.

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Durch den Teilverkauf würde Vodafone die alleinige Kontrolle über einen kritischen Teil seiner Infrastruktur verlieren, aber mehr Geld einbringen: bis zu 7,1 Milliarden Euro in die Gruppe, hieß es in der Erklärung.

Vantage wird auf 16 Milliarden Euro geschätzt

Das Management des in London ansässigen Konzerns möchte den Erlös dazu verwenden, seine enormen Schulden abzubauen und wieder an die Arbeit zurückzukehren. An der Börse wird Vantage derzeit mit rund 16 Milliarden Euro bewertet.

Vodafone-CEO Nick Reading sprach auch über Telefonicas Übernahme einer Beteiligung am britischen Mobilfunkmastbetreiber Cornerstone Towers. Der spanische Telekomkonzern hat vor wenigen Tagen seinen 50-Prozent-Anteil auf den Markt gebracht. Die andere Hälfte wird vom Kabelunternehmen Liberty Global gehalten.

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Telecom hat die meisten GD-Türme verkauft

Das Geschäft mit Mobilfunkmasten gilt als attraktiv und verspricht Anlegern stabile Gewinne. Vor diesem Hintergrund rollt eine Konsolidierungswelle durch die Branche. Im Sommer hat die Deutsche Telekom die meisten GD-Türme verkauft. Auch in diesem Geschäft galt KKR bis zuletzt als Interessent.

Analysten haben in den letzten Monaten mit der Fusion von GD und Vantage gespielt. Sie nannten auch INWIT als möglichen Vantage-Partner aus Italien. Als Reaktion auf die Nachricht stiegen die Aktien in Mailand um bis zu drei Prozent. Vantage-Aktien legten mit fast 32,72 Euro den größten Tagesgewinn seit ihrem Börsengang vor anderthalb Jahren zu.

Mehr: Vodafone plant milliardenschwere Deals mit Funktürmen und Glasfaser.

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